Wie alles begann …

oder: Eigentlich sollte ich nur die Website machen.

Wenn am 5. September der letzte Fotomarathon Bremen startet, wird das für mich ein ganz besonderer Tag.

Denn ich bin von Anfang an dabei. Und wenn ich heute zurückblicke, muss ich ein bisschen schmunzeln darüber, wie das alles angefangen hat.

2015 kamen Annica und Steffi mit einer Idee zu mir. Die beiden hatten im Jahr zuvor begeistert am Berliner Fotomarathon teilgenommen und fanden: So etwas braucht Bremen auch! Einen Tag, an dem Fotobegeisterte mit ihrer Kamera losziehen, unsere Stadt entdecken und zu vorgegebenen Themen ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.

Das Team: Annica Müllenberg, Steffi Urban, Kerstin Graf, Ulrich Graf-Nottrodt

Das erste Orga-Team (von links): Steffi Urban, Annica Müllenberg, Kerstin Graf, Ulrich Graf-Nottrodt.

Vom Fotomarathon-Fieber gepackt

Die Idee gefiel mir sofort. Uli und ich hatten 2013 selbst beim Hamburger Fotomarathon mitgemacht und wussten, wie viel Spaß es bringt, stundenlang mit einer Kamera durch die Stadt zu ziehen, über Themen zu grübeln und plötzlich Motive an Orten zu entdecken, an denen man vorher vermutlich achtlos vorbeigelaufen wäre.

Meine Aufgabe beim Fotomarathon Bremen war zunächst ziemlich klar:
Ich sollte die Website gestalten.
Eigentlich.
Denn dann kam noch ein Poster dazu. Und ein Flyer. Die Themenkarten mussten gestaltet werden. Und hier musste noch etwas besprochen werden und dort noch etwas organisiert werden und …
… irgendwann stellte sich die Frage, ob ich eigentlich noch „die Webdesignerin/Grafikerin“ war oder längst zum Orgateam gehörte.
Die Antwort war ziemlich eindeutig. 😉

Und weil Uli eine tolle Idee für unser Logo hatte und sie gleich für uns umsetzte, war auch er plötzlich mittendrin.
Schwupp – waren wir zu viert.

Gemeinsam haben Annica, Steffi, Uli und ich in den folgenden Jahren Fotomarathons in Bremen und sogar auf Sylt auf die Beine gestellt. Wir haben geplant, diskutiert, organisiert, Themen ausgeheckt, Strecken und Zwischenstationen überlegt, Karten gestaltet, Preise und Sponsoren organisiert, Teilnehmer:innen begrüßt – und vermutlich ungefähr 17.000 Dinge erledigt, von denen Menschen, die an einem Fotomarathon teilnehmen, glücklicherweise überhaupt nichts mitbekommen.

„Es war ein tolles Gefühl, so viel Begeisterung für eine Sache zu wecken. Zu viert haben wir mit so vielen Menschen gesprochen, diese glücklich gemacht und zum Wiederholen angestiftet. Nach jedem Jahr haben wir zurückgeblickt, nicht nur auf tolle Fotos, sondern geniale Teamarbeit. Dank des Fotomarathons hab ich neue Seiten in Bremen kennengelernt und viele Menschen.“

Annica Müllenberg

2020 kam Claudia dazu

Gemeinsam organisierten wir eine kleinere Ausgabe des Fotomarathons in Bassum während der Pandemie. 2021 legten wir corona-bedingt eine Pause ein.
Als es 2022 weitergehen konnte, hatte sich unser Team verändert. Annica und Steffi konnten aus beruflichen Gründen nicht mehr aktiv in der Organisation mitarbeiten. Seitdem stemmen Claudia, Uli und ich die Vorbereitung zu dritt.

Aber so richtig gegangen sind Annica und Steffi eigentlich nie. Am Marathontag sind sie nach wie vor dabei. Ebenso Ilja, Annicas Partner, der uns schon seit den ersten Fotomarathons tatkräftig unterstützt.
Sie erklären am Start die wichtigsten Regeln, verteilen Goodiebags, stempeln an den Zwischenstationen Teilnehmerkarten und helfen später im Ziel beim Auslesen der Speicherkarten.
Mit Claudia kamen außerdem Christian und Joscha dazu, die uns am Veranstaltungstag ebenfalls voller Begeisterung unterstützen.

Das Orga-Team auf der historischen Tribüne der ehemaligen Galopprennbahn. 
Von hinten: Joscha, Uli, Kerstin, Christian, Ilja, Annica, Steffi, Mattis und Claudia.

Und irgendwann wurde aus einem Organisationsteam etwas anderes.
Freundschaft.

Ich erinnere mich an eines unserer Vorbereitungstreffen, bei dem wir – wie so oft – zusammensaßen und über den Themen für den nächsten Fotomarathon brüteten. Dabei sagte ich irgendwann:
„Eigentlich sind wir wie eine richtig gute Band.“
Und genau so fühlt es sich für mich bis heute an.
Jede und jeder hat seinen Bereich. Jede:r weiß, was zu tun ist. Manchmal wird diskutiert, manchmal improvisiert, manchmal bringt jemand eine Idee mit, bei der die anderen erst einmal gucken – und am Ende greift alles ineinander.
Und wenn dann morgens die ersten Teilnehmer:innen mit ihren Kameras am Start stehen, die Goodiebags bereitliegen und die Aufregung langsam steigt, wissen wir: Jetzt geht es los.
Dann spielt die Band.

Was am Ende bleibt

Über all die Jahre haben wir unzählige Bilder gesehen. Kreative, verrückte, wunderschöne, überraschende und manchmal so geniale Interpretationen unserer Themen. Wir haben viele Menschen immer wieder begrüßen dürfen und andere nur ein einziges Mal. Wir haben gemeinsam organisiert, gelacht, improvisiert, geschleppt, gestempelt, Speicherkarten ausgelesen und wahrscheinlich sehr viel mehr Kaffee getrunken, als für eine Fotoveranstaltung zwingend erforderlich gewesen wäre.

Und nun steht tatsächlich der letzte Fotomarathon Bremen vor der Tür.
Nach all den Jahren fühlt sich das noch ein bisschen unwirklich an.
Aber wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, denke ich vor allem daran, wie aus einer Idee von zwei begeisterten Fotomarathon-Teilnehmerinnen etwas entstanden ist, das uns über viele Jahre begleitet und verbunden hat. Eine Veranstaltung, bei der Menschen Bremen mit anderen Augen gesehen haben. Und ein Team, aus dem Freundschaften entstanden sind.
Was für ein Glück, dass ich damals gefragt wurde, ob ich eine Website gestalten könnte.
Am 5. September spielen wir noch einmal live in Bremen. 😉
Und wir freuen uns sehr darauf, wenn ihr dabei seid.

Eure Kerstin

Kerstin Claudia Uli

Das Orga-Team von 2022 bis 2026 (von links):  Kerstin Graf, Claudia Voss, Ulrich Graf-Nottrodt.