Jurysitzung 2016: Es ist vollbracht

Ohne quadratische Augen, dafür erfüllt mit kreativen Aufnahmen, so verließen die fünf Jurymitglieder am Montagabend das Atelier von Phil Porter. Der Fotograf hatte netterweise wieder zu sich ins Atelier eingeladen, um die 254 Fotostreifen zu sichten. Nach einer kurzen Stärkung am Büfett stellten sich die Juroren der sportlichen Aufgabe. Mit dabei waren Dieter Peterke (Fotomarathon-Bremen-Gewinner 2015), Claudia Seidel vom Hafenmuseum, Tessa Alex aus der Kunsthalle Bremen, Ka aus dem Kubo und Phil Porter.

Fast wie bei Olympia: Die Jurysitzung war ein kreativer Marathon.

Fast wie bei Olympia: Die Jurysitzung war ein kreativer Marathon.

Die Jury achtete auf die Vollständigkeit, Stimmigkeit und kreative Umsetzung der Serie. Nach einer ersten Durchsicht aller Streifen in Ruhe zu Hause, brachte jeder 20 Favoriten mit. Diese Streifen standen zur Bewertung. Schon bei der Selbstauswahl gab es etliche unabhängige Überschneidungen, dennoch wurde munter abgewogen und diskutiert. Innerhalb von dreieinhalb Stunden kristallisierten sich dann klare Gewinner heraus. Zudem wurde das beste Bild Nummer 8 zum Thema Deichbremse gewählt.

Nach einer kurzen Stärkung gings los.

Nach einer kurzen Stärkung gings los.

254 Fotostreifen wurden gesichtet.

254 Fotostreifen wurden gesichtet.

Erstes Fazit: Die Teilnehmer gingen sparsamer mit Farbe um. Es sind deutlich mehr Schwarz-Weiß-Serien als im vergangenen Jahr dabei. Viele hatten zu der Kamera auch noch Requisiten mitgebracht. Autos, Teddys, Legofiguren, Schnecken, Turnschuhe und Co. wurden in diversen Serien in Szene gesetzt. Spannend und abwechslungsreich war die Interpretation des Oberthemas „Läuft“, die nicht immer einen sportlichen Charakter hat.

Ansehen, diskutiern, bewerten.

Ansehen, diskutiern, bewerten.

„Unter allen eingereichten Fotos sind wunderschöne Einzelmotive dabei“, sagte Dieter Peterke. Phil Porter stimmte ihm zu, wünschte sich insgesamt jedoch mehr menschliche Motive. Lobenswert befand er, dass die Fotografen sehr ins Detail gingen. Tessa Alex bemerkte: „Es sind viele Streifen mit einem Seriencharakter dabei.“ Das sei im vergangenen Jahr anders gewesen. Besonders häufig in den Sucher kamen Füße, Basketballkörbe und Toilettenpapierrollen, will Claudia Seidel festgestellt haben.

Um es mit Phils Worten zu sagen: Es war uns ein Fest.

Um es mit Phils Worten zu sagen: Es war uns ein Fest.

Die Ergebnisse werden zur Preisverleihung am 15. Oktober ab 14.30 Uhr im Hafenmuseum, Speicher XI, bekanntgegeben.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Meinen Dank an das Team welches den Fotomarathon 2016 in Bremen auf die Beine gestellt hat.
    Die Teilnahme am Marathon war Top organisiert und hat wirklich spaß gemacht.
    Die Präsentation der Bilder aller Teilnehmer war in einem angenehmen Ambiente.

    Bestimmt ist die Bewertung der Fotoserien aller Teilnehmer ein schwierige Aufgabe.
    Mein Eindruck war das auch nachbearbeitete Bilder unter den ersten Plätzen waren obwohl die in dem Regelwerk nicht gewünscht war. Denn ein roter Luftballon in einem SW-Bild ist mit einer Kamera nicht zu schaffen. Auch ist mir bei einer Serie unter den Plätzen 1-9 ein Schleifeneffekt der sich durch alle Aufnahmen zog aufgefallen, auch diesen kann ich mir ohne Nachbearbeitung nicht erklären. Auf meine Nachfrage ob ich digitale Spielereien/ Funktionen meiner Camera nutzen darf, hatte ich eine Antwort mit folgendem Wortlaut erhalten. „es gibt doch sicherlich einen Automatik-Modus, den man einstellen kann. Dann müssten alle Effekte ausgestellt sein. Generell kommt es drauf an, dass die Fotos nicht nachbearbeitet und verfremdet werden. “
    Nun ja, es war ein toller Marathontag und die Bewertung der Bilderserien ist bestimmt nicht einfach.
    Vielen Dank für diesen Tag.

    • Hallo Hergen,
      vielen Dank für dein Lob und deine Nachfrage. Wir und unsere Jury haben sehr wohl darauf geachtet, dass unsere „Spielregeln“ auch eingehalten wurden!
      Unser Sieger hat hierzu geantwortet, wie seine Fotos entstanden sind.

      1. Platz: Florian-David Hellmuth (082)

      „Normalerweise verlässt (fast) kein Bild ohne digitale Nacharbeit meine Kamera, ich belichte irgendwie eh immer relativ knapp. Sehr dunkle Bilder sind das Ergebnis. Später in „Lightroom“ kommt dann Licht in das ganze – oder auch nicht – je nach Gefühl und Idee.
      Für den Marathon musste ich natürlich auf die Nacharbeitung verzichten. Dennoch habe ich aus Gewohnheit alles wie immer sehr dunkel belichtet – dann gedacht: „hmm … ist irgendwie zu dunkel“, und habe meinen Blitz mit integriert. Mir gefiel dieser „Spotlight-Effekt“ und so habe ich weiter gemacht.
      Typischerweise (was auch immer das nun bedeutet) würde man Hintergrund und Blitzbelichtung so anpassen, dass ein, für unser Auge „normal belichtetes Bild“ entstehen würde. Ich habe aber den Hintergrund durch extremes abblenden so dunkel wie möglich belichtet. Das Blitzlicht erledigt dann den Rest.
      Bei der gedruckten Version wirkt es z.T. fast wie ein „Colorkey“, dagegen auf meinem Monitor aber eher so wie „komisch“ geblitzt. Also nix mit Colorkey.
      Ich habe keine Effektfilter benutzt. Weder von der Kamera, noch habe ich digital nachbearbearbeitet. Auch habe ich nicht in RAW geschossen und den „in cam“ Rawconverter benutzt. Alles in JPG, auch alle JPG-Parameter, wie Farbe, Schärfe, Ton, Lichter, Schatten usw. waren genullt.
      Die Bilder sind mit einer Fuji XT 10 entstanden – der X-Trans-Sensor „rendert“ die Farben schon ein bisschen „anders“ als der Bayer-Sensor. Aber so extrem nun auch nicht. Alles also nur ein Zusammenspiel von Licht und Schatten.
      Aber im Großen und Ganzen bin ich nicht sehr technisch an die Sache herangegangen, sondern habe versucht abzuschalten und zu gucken, was so kommt.“

      • Vielen Dank für die ausführlichen Anworten.
        Diese erklären einiges und zeigen mir das ich mit meiner Camera, deren Möglichkeiten und meinem knowhow nur ein Amateur bin.

    • Betr.: Antwort mit folgendem Wortlaut erhalten: „Es gibt doch sicherlich einen Automatik-Modus, den man einstellen kann.“

      Wir vier vom Organisations-Team beantworten gerne alle eure Fragen. Am Fotomarathontag ist das vielleicht nicht immer ausführlich möglich und wir haben noch Helfer an Bord, die auch „nur“ Hobbyfotografen sind. Der „Automatik-Modus“ ist natürlich kein Muss und keine ultimative Lösung, gerne dürft ihr manuelle Einstellungen vornehmen (Blende, Zeit, Fokus), so es eure Kameras zulassen. Quasi ein bisschen „back to analog“ 🙂

  2. Pingback: Die Jury 2016 | Fotomarathon Bremen

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